Das Feld war bereitet.
Zwei offensiv ausgerichtete Mannschaften, die nicht verlieren durften.
Ein Freitag Abend perfekt dazu da, die Arbeitswoche mit einigen Bieren
und Fußball hinter sich zu lassen.
Klar, die Temperaturen entsprechen denen eines Februars der letzten
150 Jahre (eben seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen) und das Geläuf
war tief und feucht (!) - Alle Vorzeichen standen also auf Geschwindigkeit
und Intensität, nicht auf Schöngeist und Raffinesse.
Sei's drum, Fußball ist Männersport. Voller Erwartung erklommen
wir den Berg, der über eine Autobahn führt. Proper kommt’s
daher, das neue Stadion, strahlend weiß und hell erleuchtet. Bundesligafußball
auf dem OP-Tisch des zeitgemäßen Event-Marketings. Und dann,
ein Gedanke unter vielen: Nach 20 Minuten steht es 0:2 für Leverkusen.
Als VfB-Fan hat man das bereits unzählige Male erlebt.
Ein perfekter Tag, kein perfektes Spiel. Mit ein Grund, warum dein
Verein zwar immer wieder, aber eben nie permanent an der Höhenluft
der Tabelle schnuppert.
Im Stadion. Steile Ränge. Gute Sicht trotz Schneetreibens. Der
Lärm, ohrenbetäubend. Aus den Lautsprechern dröhnt es
unentwegt, bis die Mannschaften auf den Platz kommen. Badener Lied,
Hoffe Hymne, beides unerträglich dämlich (Entschuldigung:
laut natürlich). Man sehnt sich eben nicht nur aufgrund der Verkehrssituation
um das neue Stadion zurück nach Mannheim.
Die wesentlichen Geschehnisse auf dem Rasen sind bekannt. Deshalb zu
den Randerscheinungen: Das Timo erneut keine Sicherheit ausstrahlte,
an zwei Gegentoren beteiligt war, von dem das erste irregulär war
– Wurschtsupp’. Timo wird noch ein sicherer Rückhalt
der TSG werden, sobald die Abwehr wieder Grundzüge ordentlichen
Abwehrverhaltens zeigt. Nebensächlich Interessant auch, dass Isaac
Vorsah als Manndecker der Abwehr zumindest ein Stück Erleuchtung
schenkte, was es heißt Abwehr zu sein: Laufen, Grätschen,
Köpfen, Bälle weit und hoch schlagen. Ein Lichtblick, (vielleicht
ein Modell für den Rest der Saison) der für den nicht bundesligatauglichen
Nilsson in der zweiten Hälfte auflief.
Apropos bundesligatauglich: Das waren die Fans gestern definitiv nicht.
Jede Mannschaft hat mal einen schlechten Tag. Wenn sie dabei noch auf
einen so gut organisierten Gegner trifft, ballsicher und konterstark,
wird’s schwer. Es war die Premiere in den Heimspielen der TSG,
dass ein Mittelfeld des Gegners permanent überzahl in Ballnähe
erzeugte und mit Einsatz, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft
Kombinationsspiel unterband. Gestern war die TSG chancenlos. Man kann
ihr aber nicht absprechen, das Spiel nach dem 1:3 wenigstens ordentlich
zu Ende gespielt zu haben. Und was war mit den Fans in der Bitburger
Kurve? Anwesenheit 100%. Mehr nicht. Die Fanblocks mancher Vereine quittieren
so die Leistung ihrer Mannschaft, meistens mit dem Rücken zum grün.
Soll es das gewesen sein? Boykott, wegen der ersten Heimniederlage der
Saison? Wohl eher nicht. Eher Phlegma angesichts der Hilflosigkeit der
Mannschaft. Ein Trauerspiel. Nicht auszudenken was passiert, wenn das
Fußballmärchen zu Ende geht und Hoffenheim nur um die Ränge
7 – 12 spielt – dann wohl leider wieder vor (gefühlten)
6500 Zuschauern.
Aber dess hoffe mer mool nedd...
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