1. Bundesliga
9. - 12. April 2009

Oh, Stern der Hinrunde! Wo bist du?

Konzeptfußball braucht mehr als ein Konzept

Spiel 18: Daheim vs. Cottbus (Hin)
Spiel 19: Auswärts vs. Gladbach (Hin)
Spiel 20: Daheim vs. L'kusen (Hin)
Spiel 21: Auswärts vs. Stuttgart (Hin)
Spiel 22: Auswärts vs. Dortmund (Hin)
Spiel 23: Daheim vs. Bremen (Hin)
Spiel 24: Auswärts vs. Frankfurt (Hin)
Spiel 25: Daheim vs. Hannover (Hin)
Spiel 26: Auswärts vs. Hamburg (Hin)
Spiel 27: Daheim vs. Bochum (Hin)
Spiel 28: Auswärts vs. Karlsruhe (Hin)
Spiel 29: Daheim vs. Berlin (Hin)
Spiel 30: Auswärts vs. Wolfsburg (Hin)
Spiel 31: Daheim vs. Köln (Hin)
Spiel 32: Auswärts vs. Bielefeld (Hin)
Spiel 33: Daheim vs. München (Hin)
Spiel 34: Auswärts vs. Schalke (Hin)

 

Saison 2007/2008 (2. Liga)

Das Beste am Spiel war das Wetter!

Erstaunlich wie hoch bereits die Sonne Mitte April über dem Stadion steht. Vor drei Wochen wurden fast alle auf der Nordtribüne geblendet, diesmal nur noch die unteren zehn Reihen - und auch das nur von der Sonne. Ansonsten gab es wenig Erhellendes, zumindest nichts positiv Erhellendes aus Sicht der Hoffenheimer.

Die Tipps vor dem Spiel schwankten zwischen einem 1:0 und 6:1, wobei gerade der letzte Tipp aufgrund seiner immanenten Logik richtig sein musste. Die Kombination der relevanten Parameter (Trainingslager, Höhe der Temperatur, viel Lux und nicht zuletzt der Alliteration wegen passend pigmentiertes Personal) ließ kein anderes Ergebnis zu, unsere Mannschaft allerdings schon.

So schön und gepriesen der Fußball der Hinrunde war, so schlecht und erschütternd war der Kick am Samstag. Bochum hat zwar drei Tore erzielt, aber geschlagen hat sich Hoffenheim leider selbst. 1899 entwickelte selbst in der ersten Halbzeit, als Bochum sich einfach nur in die Abwehr stellte und bräunte, kaum eine nennenswerte Torchance. Das Konzept, so war zu sehen, besteht nach wie vor, aber mehr nicht.

Alle Läufe, alle Bewegungen, ritualisiert, standardisiert, uninspiriert. Kein Spielaufbau, keine Kombinationen, keine Ideen. Selbst Obasi schlug statt Haken Flanken mit der Präzision und der Eleganz einer Tipp-Kick-Figur. Aber wie soll man ohne Fußballer Konzeptfußball spielen?

Und nicht einmal die Standards funtktionierten. Trotz Trainingslager besteht nach wie vor ein enormes Optimierungspotenzial sowohl in der Offensive als auch der Defensive in puncto Standardsituationen. Wenig verwunderlich, dass die Bochumer ihre Führung kurz vor dem Halbzeitpfiff nach einem Eckball erzielten. Zwei Minuten zuvor waren sie überhaupt das erste Mal im schattigen Teil des Spielfeldes, d. h. dem Tor unserer Mannschaft.

Die Reaktion zu Wiederbeginn blieb aus. Statt dessen schienen die Bochumer Gefallen an den Sonnenstrahlen auf der Nordseite gefunden zu haben, also standen sie nicht mehr in der Abwehr, wohl weil Schatten, sondern sie begannen mitzuspielen. Nicht wirklich virtuos oder schnell oder überraschend oder modern oder ballsicher oder sonstwie bemerkenswert. Sie hatten einfach immer den Ball, da unsere Mannschaft es nicht schaffte, den Ball auch nur über fünf Stationen in den eigenen Reihen zu halten.

Auch im Spiel 5 gegen 2 war sie unterlegen, wobei 2 die Anzahl der Bochumer Stürmer im 1899er-Strafraum war. Ein Schaufler von rechts nach links genügte, um zuerst Salihovic und dann das Team dumm aussehen zu lassen: 0:2.

Was dann kam, kennt man leider nur zu gut aus dem Fernsehen: Aggression als Kompensation für Dissatisfaktion. Ein harmloser Zweikampf an der Mittellinie, ein wenig Gezupfe, ein wenig Gehalte, kein Grund für eine rechte Gerade. Eduardo war anderer Meinung und sah zum dritten Mal in der Saison Rot. Zwei Minuten später Haas, unsere 1, die durch ihren Einsatz einem Bochumer Stürmer zu einem klassischen Salto verhalf. Würde RTL 2 daraus eine Serie machen, sie hieße wohl "Rausgerannt und umgerannt!" Nun ja, auch eine Möglichkeit, das Torwartproblem zu lösen, zumindest für die nächsten Spiele.

Dass am Schluss ausgerechnet unsere beiden Nationalspieler Compper und Beck den Ball nicht aus dem 16er bekamen und ihn statt ins Aus in die Mitte zum freistehenden Bochumer Stürmer spielten, der freistehend keine Probleme hatte, zum 0:3 einzuschieben, war ebensowenig verwunderlich, als dass selbst der Ball, den der ebenfalls grottenschlecht spielende Bochumer Torwart unter sich durchkullern ließ, nicht den Weg über die Linie fand.

Leider machte das Spiel unserer Mannschaft dem Titel "Schlechtester Herbstmeister aller Zeiten" alle Ehre. Logische Folge: Nächste Woche spielen Platz 17 gegen Platz 18 gegeneinander, zum Glück nur der Rückrundentabelle.

Und das geht, dies sei mit maximaler Emotionalität gepaart mit einem saisonal bedingten Wortspiel zum Ausdruck gebracht: einem langsam auf die Eier. Wollen wir also österlich hoffen, dass nächstes Wochenende der Geist der Vorrundenmannschaft Auferstehung feiert.

Man kann es aber auch ganz anders sehen ...

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