1. Bundesliga
21. - 23. August 2008

Kompensationhandlungen

Die Notwendigkeit der Fokussierung aufs Spiel

Spiel 1: Daheim vs. München (Rück)
Spiel 2: Auswärts vs. Leverkusen (Rück)
Spiel 3: Daheim vs. Schalke (Rück)
Spiel 4: Auswärts vs. Hannover (Rück)
Spiel 5: Daheim vs. Bochum (Rück)
Spiel 6: Auswärts vs. M'gladbach (Rück) Spiel 7: Daheim vs. Berlin (Rück)
Spiel 8: Auswärts vs. Mainz (Rück)
Spiel 9: Auswärts vs. Bremen (Rück)
Spiel 10: Daheim vs. Nürnberg (Rück)
Spiel 11: Auswärts vs. Freiburg (Rück)
Spiel 12: Daheim vs. Wolfsburg (Rück)
Spiel 13: Auswärts vs. Köln (Rück)
Spiel 14: Daheim vs. Dortmund (Rück)
Spiel 15: Auswärts vs. Hamburg (Rück)
Spiel 16: Daheim vs. Frankfurt (Rück)
Spiel 17: Auswärts vs. Stuttgart (Rück)

 

Saison 2008/2009 (1. Liga)
Saison 2007/2008 (2. Liga)

0:0.

Keine Tore. Es war auch kein gutes Spiel. Vor allem nicht von der Gastmannschaft - und auch der Schiedsrichter hatte nicht gerade seinen besten Tag erwischt. Und auch unsere Mannschaft war weit von der Form des Vorjahres entfernt. Vielleicht, weil noch keine wirkliche Mannschaft auf dem Platz steht. Vielleicht, weil es zuviele Dinge um den Verein gibt, die vom Wesentlichen ablenken.

Das ist zum einen die Vertragsangelegenheit mit Prince Tagoe. Womöglich hat er einen Herzfehler, aber den hat beispielsweise Gerald Asamoah auch. Und ist das ein Grund, derart in der Öffentlichkeit über Arbeitsverhältnisse zu fabulieren? Und es ist auch nicht gerade ein Zeichen von Souveränität, wenn Herr Hopp die Kündigung telefonisch aus dem Ausland zurücknimmt, was er ja de iure nicht kann. Irgendetwas scheint da in dem "Führung"sduo der Fußball-Spielbetriebsgesellschaft nicht gut gelaufen zu sein.

Und als Fan fragt man sich auch, ob sie auch für das neue Maskottchen zuständig sind.

Völlig zurecht riefen während des Spiels die Fans der TSG Fanatics gegen Elchversuche auf. Zuvor war "Hoffi" ein dicker, knuddliger, dunkelbrauner Elch, der schon in den unteren Ligen am Spielfeldrand sein Unwesen trieb - er war im Grunde schon so etwas von dem, was diesem Verein angeblich fehlt: Tradition.

Zur Saison 2004/05 lief zum ersten Mal das achtzehn99-Maskottchen Hoffi im Dietmar-Hopp-Stadion ein. Hoffi ist damit einer der Dienstältesten bei 1899 Hoffenheim. Er sorgt für gute Stimmung in der Rhein-Neckar-Arena und ist vor allem bei den kleinen Fans sehr beliebt.

So steht es auf der Internetseite des Vereins. Wie auch: Seit etwa einem Jahr arbeitet die Marketing-Abteilung an der Entwicklung, dem Auf- und Ausbau der Marke „Hoffi". Warum sie das tut, steht da nicht.

In einem ersten Schritt habe man gemeinsam mit einem renommierten Illustrator die Comic-Figur entwickelt. Falsch. Sie wurde nicht entwickelt, sie gab es ja schon. Und warum besteht der "renommierte Illustrator" nicht darauf, namentlich genannt zu werden. Und ist er wirklich so "renommiert", dass er die Unterstützung des Marketing-Teams ("gemeinsam" - dt.: "Wir haben ihm gesagt, was er umsetzen soll. Eigene Ideen durfte er nicht haben") braucht?

„Die Meinung der Fans ist für den Entwicklungsprozess sehr wertvoll. Bereits bei den (...) ersten Gesprächen hatten wir einen äußerst konstruktiven Gedankenaustauschen", so Adham Srouji, Leiter Marketing und Vertrieb.

Wir kennen keinen, der da mitgemacht hätte und den Entwurf gut gefunden hätte, aber das hat nichts zu sagen.

„Die Fans haben beim heutigen Spiel nochmals die Möglichkeit, sich den neuen Hoffi genau anzuschauen. In den kommenden Tagen werden wir uns dann erneut mit den Fans treffen, um Anregungen und Wünsche aufzunehmen", so der Fanbeauftragte Mike Diehl.

Das kann man sich sparen: Nehmt den alten Zottel wieder und alles ist gut. Aber so wird es nicht kommen. Wer immer dafür verantwortlich ist, wird sich durchsetzen und durch das neue Ding ersetzen wollen. Im Grunde ist es die "Elchwerdung" von Paule, dem DFB-Raben, das Maskottchen der DFB-Elf. Völlig indiskutabel. Überhaupt sich mit so etwas zu beschäftigen bzw. beschäftigen zu können, wirft Fragen nach der Auslastung der Geschäftsführung auf. (Es spricht für Herrn Hopp, dass er sich darum nicht kümmert. Andererseits ist es auch schade, denn er wäre wohl die einzige Chance, wie bereits im Falle Tagoe, dass das Sinnvolle getan und das Unsinnige rückgängig gemacht wird.)

Angeblich glaubt die Geschäftsführung, dass dieses neue Ding besser bei den Kindern ankomme. Sagt wer? Gibt es hierfür Untersuchungen? Valide Daten? Oder hat sich da wer einfach nur mal gedacht, "Hm, der gefällt mir nicht mehr. Mache ich neu!" (Oder harmoniert diese babydurchfallsbraune Stoffding besser mit diesem anderen rotzgrünen Wesen eines Sponsors, einem Entwurf, der ganz sicherlich das Resultat von zuviel Konsum alter Gozillas-Filme ist. Überhaupt: Wird der Spielfeldrand irgendwann eine Art Maskottchen-Zoo?)

Und wo man gerade am Erneuern war, hat man sich auch gleich daran gemacht, den Internetauftritt zu überarbeiten. Das ist gelungen. Mehr aber auch nicht. So gibt es zwar mehr Informationen, aber immer noch kaum Emotionen. Kein wirklich, wie es in Chefetagen gerne heißt, nachhaltiger Neuanfang - und damit zurück zur Mannschaft und der Frage, ob sie eine ist.

Der Star der Mannschaft ist ... ja, wer oder was eigentlich? Das Konzept? Der Trainer? Die Mannschaft selbst? Salihovic ist es jedenfalls nicht. Ihm muss man beibringen, dass er ein Teil eines Systems ist, bei dem auch er davon profitiert, wenn andere glänzen. Von halbrechts kann er gerne Freistöße schießen, sonst nicht. Und bitte auch keine Eckbälle. Sie sind gefahrlos, werden oft zu schnell, zu überhastet ausgeführt. Nicht wenige davon führen sogar direkt zu Ballverlusten, was bei einem stärkeren Gegner auch einmal zu einem Gegentor hätte führen können.

Zum Glück war dies bei Schalke 04 nicht zu befürchten. Die Mannschaft hatte keine Lust am Spiel. Die Taktik von Felix Magath erinnerte teilweise an D-Jugend-Anweisungen. So muss er seinem Spieler, der Eduardo decken sollte, vor dem Spiel gesagt haben: "Du bleibst bei der 10 - und wenn die aufs Klo geht, gehste mit!" Zudem kamen viele Fouls, so dass unsere Mannschaft erst gar nicht ins Kombinieren kommen konnte. So gesehen hatte der Destruktivismus Erfolg.

Wirklich viele Chancen erspielte sich die Mannschaft nicht. So dümpelte das Spiel von vielleicht einer Handvoll spannender Szenen abgesehen meist um den Schalker Strafraum, in dem Mitte Halbzeit 1 Ibisevic zu Fall kam.

Leider pfiff der Schiedsrichter keinen Elfmeter, was durchaus vertretbar gewesen wäre. Dafür pfiff er sonst zu viel. Viele Abseitsentscheidungen schienen zumindest aus Sicht im Stadion fragwürdig, ähnlich die Verteilung der Gelben Karten. Er hatte großen Anteeil daran, dass das Spiel kein Spiel wurde.

Zur 2. Halbzeit blieb Eduardos Schatten in der Kabine, aber er hat nichts mit der neugewonnenen Freiheit anfangen können. Das Spiel in die Spitze wollte einfach nicht funktionieren.

Dagegen war es eine Augenweide, Simunic bei der Arbeit zuzusehen. Er ist wohl der einzige Spieler, der aufgrund seines perfekten Stellungspiels, wenn man seine Ausflüge in den gegnerischen Strafraum bei Eckbällen abzieht, auf eine Gesamtleistung von unter einem Kilometer pro Spiel kommt. Auch spielt er die Bälle sicher ins Mittelfeld. Von dort aber kommen sie nicht weiter ... Das ist ein großes Manko. Um so bemerkenswerter aber ist, dass wir aus den ersten schweren Spielen bereits zwei Punkte geholt haben. Das mag den ein oder anderen verdrießlich stimmen, aber die Gegner waren ja nicht irgendwer.

So gesehen ist noch nichts wirklich Dramatisches passiert - außer eben mit Hoffi.

Das ist ein echter Skandal!

Und dann erreichte uns ein weiterer Gastbeitrag, den Sie hier lesen können.

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